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ANTHOLOGY
Memoiren eines treuen Hörers
by Andy Kist


Der Anfang


Da ich erst 20 Jahre alt bin, habe ich die Hoch-Zeit des Metals und des Hard Rock nur als Kind miterlebt, hatte also mit 12 Jahren noch keine Ahnung von der großen Welt der Gitarrenheroen, der Mythen wie Rainbow und Deep Purple, geschweige denn, von den ganzen Bands wie Helloween, Savatage, Blind Guardian und den weiteren bekannten, die nicht nur Eintagsfliegen waren, sondern sich bis heute zumindest in ihren Ländern, Deutschland und Japan einen Namen gemacht haben.

Meine erste Cd war von Scorpions Crazy World, eigentlich ein guter Anfang, doch ich kam vom rechten Pfad ab und kaufte mir haufenweise Dancefloor Maxis wie Mr. Vain auf die ich jetzt absolut nicht näher eingehen will.

Das kostete natürlich auch verdammt viel Geld, aber das Gute war, Platten waren an mir vorüber gegangen. Natürlich wird jetzt jeder sagen, Platten sind authentisch und einfach kultig, aber sind wir doch mal ehrlich, eine Cd ist handlicher, hat eindeutig den besseren Sound und nutzt sich nicht ab (wenn man sie einigermaßen menschlich behandelt).

Aber nun zurück zum Thema: ab und zu waren in meinen Einkäufen auch Lichtblicke dabei, wie zu Beispiel AC/DC´s Razor´s Edge oder Metallica´s Metallica, aber ich brauchte noch den Entscheiden Wink, der mich in die Welt des Metals führen sollte.

Nun kam HEINHART! Ich weiß nicht mehr 100% wie es anfing, aber mein Bruder (der inzwischen nur noch wenig Rock hört) und ich hörten die Show einmal und nahmen dann Teile von den nächsten Shows auf. Zwei Gruppen bzw. Lieder, die mich daran erinnern sind von Gamma Ray – Rebellion in Dreamland und von Blind Guardain – Bright Eyes. Damals war HEINHART noch bei N1 tätig und zu einer für ihn wohl besseren Zeit zu hören, Mittwochs eine Stunde ab 20.00 Uhr. Zu dieser Zeit nahm ich die Shows noch sehr sporadisch auf Kassette auf, aber mit der Zeit wurde es mir immer wichtiger die Show regelmäßig zu verfolgen und sie auf Tape festzuhalten. Nun begann die Ära des Kasetten aufnehmens!
 


Die Best of Heinhart Kassetten


Die erste Kassette hat eine besondere Geschichte, Sie war bei meinem ersten Kumpels Urlaub dabei, und zwar an der Côte d´Azûr in Antibes. Das war im Sommer 1996, wir 5 fuhren mit einer Jugendgruppe Zelten, und hörten die Kassette dort rauf und runter. Unsere Lieblingssongs waren vor allem Gutter Ballet von Savatage und Rebellion von Grave Digger.

Natürlich habe ich die coolsten und besten Moderationen mit auf jede Kassette aufgenommen, zumindest die Ansage des Liedes ist fast immer mit drauf. Ein Beispiel: es wurde einmal das neue Lied von Garry Barlow von Ex – Take That köstlich verarscht.

Ab und zu sind auf den Kassetten auch Songs von den Rock Classics zu finden – Bitte sei mir nicht böse – die machen nämlich auch sehr gute Musik. Jedenfalls sind die Kassetten sehr gemischt – wie die Shows ja auch – Die alten Klassiker vermischt mit den Neuerscheinungen, und den raren Songs nicht zu vergessen. Jede Kassette hat Ihre eigene Note von Dio über Skitzotic zu Rhapsody um nur wenige zu nennen. Kein Song auf den zwanzig 90min Kassetten ist doppelt (na gut, höchstens drei) das bedeutet 1800 Minuten bzw. 30 Stunden Non Stop Rock und Metal!

Natürlich sind auf den Kassetten nur die Songs die mir persönlich gefallen, mit anderen Worten, jeder hätte verschiedene Kassetten. Ich nehme jede Show auf, suche mir die besten Songs aus (die ich noch nicht habe) und nehme sie auf die Best Of Heinhart Kassetten auf. Das ist natürlich eine Mords Arbeit, aber als die Playlisten eingeführt wurden, auf die ich später noch komme, wurde alles um 100% einfacher! Jetzt konnte ich auch für jedes Tape mittels Computer ein Cover mit allen Titeln und Bands erstellen, natürlich wieder viel Arbeit aber das ist ja eins meiner Hobbys.

Man kann auch eine gewisse Kontinuität entdecken: Manche Bands tauchen immer wieder mit neuen Songs auf, andere sind nur Eintagsfliegen die nur einmal vertreten sind – so trennt sich die Spreu vom Weizen! Ich könnte an dieser Stelle besondere Kassetten hervorheben, aber man muß ganz ehrlich sagen, dass jede Kassette etwas besonderes ist, Lieder die man nie mehr kaufen kann, die Moderationen und die Zusammenstellung machen jedes Tape einzigartig.
 


Die Playlisten


Wie schon gesagt, die beste Erfindung seit Edisons Glühbirne! So muß nämlich nicht immer der Titel oder die Gruppe genannt werden, man kann sich problemlos alle Titel und Gruppen aus dem Netz holen.

Zunächst habe ich mir die aufgenommen Shows angehört, und, soweit es ging, meine eigenen Playlisten per Hand erstellt! Weiterhin mußte ich auch manchmal einen Brief an Heinhart schreiben, oder ihm sogar eine Kassette mit den unbekannten Songs schicken! (Wobei er immer mehr ins Schwitzen kam) Das ist für meine Kassetten, wie auch für den Kauf der Cds sehr vorteilhaft! Am Anfang hatte ich selbst noch keinen Zugang zum Internet, also mußte ich mir die Playlisten immer  von Bekannten ausdrucken lassen, aber dann bekamen wir das Netz auch ins Haus, ich konnte mir ohne großen Aufwand die Listen ausdrucken lassen. Zunächst konnte man sie einfach ausdrucken, dann mußte man sie eine Zeit lang markieren, kopieren und in Word jedes verdammte Wort auseinander fiesen, das war richtig Arbeit! Zum Glück kann man seit längerer Zeit wieder die gesamte Tabelle markieren, so muß ich sie nur noch in Form bringen. Ich habe alle Playlisten seit dem 01.01.1997 bis heute. Beispiele sind angefügt.
 


Die Show


Am Anfang ja noch bei N1, mußte Heinhart immer wieder Zeitenwechsel hinnehmen, mal einmal die Woche mal zweimal, mal Mittwochs, mal Freitags,... Bei Gong hat sich dann eine gewisse Kontinuität eingestellt, leider zu der Zeit in der die meisten Leute fortgehen Freitags um 22.00 Uhr.

Zum Glück kann ich meine Stereoanlage programmieren und mit Hilfe einer 120min Kassette jede Show aufnehmen. Ich verpasse seit 1997 eigentlich keine Show mehr, natürlich wenn ich im Urlaub bin, falsch programmiere oder es schlicht und einfach vergesse, das kommt aber selten vor.

Das was die Show so einzigartig macht, ist die Stimme die jedesmal durch den Radio röhrt. Ein gutes Zitat wäre: „...wenn solche Rocker dann auch noch ins Kino gehen und Mel Gibson - Mmmh - drei Stunden lang in Braveheart mit langer Mähne sehen, wie er den Engländern am Kehlkopf rumschlitzt, ja dann macht man natürlich sofort einen Song darüber, wie Schotten früher durch die Highlands gezogen sind, und sich in den Kilt gepinkelt haben. Das sind Grave Digger mit Rebellion, da juckt mir doch der Dudelsack!“

Er klingt anders als alle anderen Moderatoren, wobei es natürlich auch Leute gibt, denen das nicht gefällt, aber die gibt es immer. Nun muß natürlich auch die Musik stimmen, Heinhart bemüht sich immer jeden Geschmack zu treffen, das macht die Shows auch sehr vielfältig und abwechslungsreich. Von eher ruhigem Rock á la Tyketto oder Ten bis zu den harten Sepultura oder Pantera ist alles dabei, weiter geht er nicht, muß er auch nicht, denn wenig später wird’s unausstehlich! Man hört alles von Fantasy Metal wie Rhapsody über deutschen Speedmetal wie Iron Savior über Klassiker und den Dirty Hard Rock wie AC/DC oder Shakra zum True Metal á la Hammerfall. Natürlich kommen auch progessive Bands wie Dream Theatre oder Symphony X nicht zu kurz. Auch wird meistens das deutsche Volksgut gespielt, wo von ich aber kein Fan bin.

Ich habe allerdings das Gefühl die Show hat sich leicht geändert. Du spielst seit einiger Zeit fast ausschließlich neue Titel, früher hast Du viel mehr Klassiker und rare Sachen gespielt, was ich besser fand. Trotzdem finde ich manchmal noch Klassiker, die ich vorher nicht gekannt habe, das kommt aber nach drei Jahren nur noch äußerst selten vor.

Auch war manchmal Themenabend angesagt, das allerdings recht selten, was bei zwei Stunden auch wenig Sinn macht! Ich kann mich nur noch an ein Dream Theater spezial erinnern, wo ausschließlich Songs von der Gruppe liefen. Auch hattest Du mal Ladies` Night, wo nur weibliche Bands ihre Songs zum besten geben durften. Sonst waren die Shows sehr gemischt, ach ja einmal lief sehr viel White Metal, war auch cool!

Irgendwann kam der Wechsel zu Gong, der meiner Meinung nach auch sehr sinnvoll war! Ich aber natürlich nicht viel sagen kann, ich kenne ja keine Hintergründe. Auf jeden Fall war ich überglücklich, als ich nach einiger Zeit die Rockstimme wieder bei Gong hörte: „Franken vergießt ein paar Freudentränen, die Busse und Straßenbahnen werden beflackt, und die Radios werden wieder voll aufgedreht, denn Heinhart steigt auf, wie Phönix aus der Asche und nimmt seinen Platz im Rock Olymp wieder ein...“ Das war der Wiederanfang und der Anfang meiner dritten Best Of Kassette, vorher hätte wirklich noch nicht Schluß sein dürfen!

Es werden und wurden aber immer die Kollegen kräftig und böse auf die Schippe genommen, nein verarscht! Vor allem bei N1 bekam es immer der Hausmeister Pit oder der Chef ab! Jetzt, bei Gong, ist immer Sam Raabe dran. Der schon mal als Mumie in selbigem Film tituliert wurde!

Mein ganzes Wissen, habe ich von Heinhart! Mit den Shows und den Playlisten habe ich mir ein sehr großes Wissen im Bereich Hard Rock und Metal angeeignet, obwohl ich gegen Dich immer noch blas aussehen würde, und, wie Du mir einmal gesagt hast, man kann nicht alles kennen. Aber ich bin schon stolz auf mich, das mir in vier Jahren Bands wie Evil, Medievil Steel, Blind Fury, Tzombo oder Skit Zotic ein Begriff geworden sind, wo ich schwören könnte, daß selbst die eingefleischten Metalfans nicht alle dieser fünf Bands kennen! Natürlich ist das Hobby auch kostspielig, denn ich habe jetzt ungefähr 7000 Dm an Cds ausgegeben, viel Geld für einen der noch zur Schule geht, aber die Cd´s habe ich jetzt für immer, wobei natürlich auch Fehleinkäufe dabei sind. Ein Monat Golf spielen wäre teurer. Also rege ich mich überhaupt nicht auf, und im Zeitalter der neuen Medien und Mitteln, kann man sich das Geld via Runterladen und Brennen „zurückholen“.

Um wieder aufs Thema zurückzukommen, man hat, wenn man ca. vier Shows anhört, einen guten Überblick darüber, was zurzeit aktuell auf dem Markt ist. Also optimal, wenn man zu faul ist, in den Laden zu rennen und die Cds anzuhören, was ich allerdings trotzdem sehr empfehle! Auch geht Heinhart immer auf die Zuhörer ein, mit anderen Worten es werden oft Wünsche gespielt, meine jedenfalls zu 99%! Wenn man Live dabei ist, kann man auch immer wieder Cds gewinnen. Also rundum top!
 


Heinhart Online


Heinhart geht auch immer mit der Zeit! Erst beschaffte er sich eine E–mail Adresse dann eine Internetadresse und zu guter letzt lies er sich noch ein Handy zum Wünsche mailen freischalten. Die Internetseite wurde auch weiter und weiter bearbeitet: neues Design, neue Links, neue Rubriken und vieles mehr. Wie schon gesagt, das Beste an der Homepage finde ich die Playlisten, aber andere Features sind auch sehr hilfreich wie zum Beispiel die Tour Daten der einzelnen Bands. Ganz stark sind auch die Band Links, man kann so mit allem was Rang und Namen hat chaten, sich Texte runterladen oder sich die Discographie ansehen. Auch die Cd Kommentare sind sehr hilfreich beim Cd – Kauf, was man dann auch gleich bei Heinhart erledigen kann! Man sieht also, die Seite ist sehr umfangreich, hat gute Links, ein schönes Design und gute Features – was will man mehr???

Natürlich kann man auch haufenweise E-mails schreiben oder sich ins Gäste Buch eintragen. Schön wäre noch, wenn man etwas mehr Mp3 Dateien runterladen könnte, aber das würde dann wahrscheinlich den Rahmen sprengen aber einen Song, den es gar nie zum kaufen gab – Cracked and Wackoo von AB/CD – ist schon ein guter Anfang. Natürlich hat Heinhart auch viel Werbung, aber so bekommt man ja gutes Geld und das ist bei dieser Zeit, die für diese Seite draufging nur angemessen. Sein Name ist jetzt sogar schon urheberrechtlich geschützt, aber sind wir doch mal ehrlich, wer würde denn auf die Idee kommen und sich Hein Hart nennen oder diesen Namen sogar mißbrauchen?
 


Heinhart als spezieller Freund


Keine Angst, vom anderen Ufer bin ich nicht! Ich habe eine wunderschöne Freundin... Die Überschrift meint etwas anderes, ich habe über die Jahre immer wieder Pakete und Briefe mit Bitten an Heinhart geschickt, und sie wurden immer erhört! Das fing an, als ich Ihn bat mir ein paar Lied Titel zu sagen, später habe ich Ihm dann Kassetten mit Liedern geschickt die ich nicht kannte, er hörte sie an und schickte mir die Lied-Titel. Dann bat ich Ihn Kassetten für mich aufzunehmen, er hat mir, schneller oder nach einiger Zeit, je nach dem wie es seine Zeit zuließ, die Kassetten mit den gewünschten Liedern geschickt! Ich habe an die 10 Kassetten von Ihm!!! Das nenne ich, sich um seine Hörer kümmern und sich Zeit für sie nehmen!

An Tobias Gsell und Sam Raabe schickte ich auch mal E-mails aber diese wurden leider nie beantwortet. Sogar erst kürzlich wieder, naja, sie denken wohl, sie hätten was besseres zu tun, aber im Gegensatz zu Hein, machen sie ihre Hörerschaft so bestimmt nicht größer!

Die Krönung war dann, als mir Heinhart zum Geburtstag zwei Cds schenkte! So was erlebt man echt selten – auch ein Grund dafür, warum ich diesem Metal God so lange treu geblieben bin. Wenn Lieder gewünscht werden, so sind immer 99% in der nächsten Show zu hören, ob alte oder neue Songs, er baut alles ein!
 


Über Gong im allgemeinen


Ich persönlich fand den Wechsel zu Gong eigentlich gut, an der Musik hat sich nichts geändert, schade ist halt nur die Sendezeit, die wie ich finde ab acht Uhr an einem Wochentag besser aufgehoben wäre!

Heinhart paßte eher nicht zu N1, denn die Musik die er spielt, war bzw. ist bei N1 sonst nicht mal ansatzweise zu hören. Bei Gong hingegen begegnen mir in den Rock Classics immer wieder auch Songs, die Heinhart auch spielt. Die Rock Classics sind neben dem Metal God das beste, was im Radio läuft, kein anderer Sender hat soviel gute Musik im Programm. O.K. ich muß sagen die Rock Antenne ist auch ganz cool, ist aber nicht regional und nur auf Kabel oder Netz zu hören, was sie hier in der Gegend zu keiner ernsten Konkurrenz macht. Überall laufen Syntheseizerklänge Computermusik oder Schnulzen. Wobei man aber sagen muß, daß Gong tagsüber den anderen Sendern in nichts nachsteht, aber das Volk muß ja schließlich auch befriedigt werden!

Also ist Gong eine echte Alternative ab acht Uhr. Wie bei Heinhart, hört man von Sam und Tobias die schönsten Rockklänge von gestern bis heute, und auch bei den Balladen am Sonntag sind immer wieder schöne Kuschelsongs dabei. Und wie gesagt, die Rockdinos schlagen ab und zu auch härtere Töne wie Dream Theatre, Iron Maiden, oder Metallica an. Sie bieten eine gute Mischung, denn man kann ja nicht immer das volle Brett hören, sondern muß auch mal was anderes genießen, und zu dem ist die Welt des Rock genauso unerschöpflich wie die Welt des Metals.

Aber insgesamt bin ich doch jemand der zum Großteil die Cds dem Radio vorzieht, aber nichts desto trotz Fazit: Gong ist mit Abstand der beste Radiosender – Heinhart und die Rock Classics machen ihn 99% zu demselben.
 


Zukunftsperspektiven


Ich wünsche mir natürlich, daß Heinhart noch lange durchs Radio rockt und dem Radiosender und seinen Hörern noch lange erhalten bleibt! Vielleicht wird ja seine Sendezeit auch mal wieder geändert – aber vielleicht will er das ja gar nicht. Auf jeden Fall sollte er wieder mehr Klassiker spielen, und immer ein paar unbekannte Songs mit einbringen, so lernt man nämlich Songs kennen, die man sonst noch nie gehört hat. Seine Online Aktivitäten sollte Heinhart auf jeden Fall weiter führen, denn ich bin mir sicher, das er dadurch bekannter wird, und wie gesagt, die Features, die auf seiner Homepage zu finden sind, sind aller erste Sahne!
 

Bleibt nur noch zu sagen:

Heavy Metal never dies - Keep on Rockin´

Dezember 2000 - Januar 2001
Andy Kist